wurzelchen komm tanz mit mir

zuckerwurzel, sium sisarum

herkunft:
ihre wildform ist wohl vom kaukasus bis nach sibirien zu finden. trotzdem ist der ursprung der zuckerwurzel nicht zuverlässig geklärt. als nutzpflanze soll sie in asien schon lange verbreitet sein, in europa ist sie vermutlich erst seit dem frühen mittelalter bekannt, obgleich auch schon wieder fast völlig vergessen.
unsere zuckerwurzel-ausgangsherkünfte stammen aus dem samenarchiv der arche noah und aus der genbank in gatersleben

schnabulieren:
sium sisarum klingt wunder(wurzel)zauberhaft, sie läßt sich roh oder kurz gebraten verköstigen, ein kurzer einschub ins 160° heiße backrohr (ca 15-20 min) lässt sie besonders gut zur geltung kommen, ein bißchen butter oder öl dazu kann nicht schaden.
in der suppe macht sie ebenfalls eine gute figur, sie sollte nur nicht zu lange gegart werden, da sie rasch durchgekocht ist und dann zerfällt. überraschungskünstler (wie der koch franz reisinger) zaubern aus zuckerwürzelchen feine desserts, nachdem die wurzeln zuvor fein passiert wurden.

nachgesagt werden dieser verlockenden wurzel besondere eigenschaften: „sisern machen lust zu ehelichen werken, stärken das herz, sind nützlich denen, die sich sehr erbrochen haben. der saft der zahmen sisern mit geissmilch getrunken stellt den bauchfluss (durchfall)“ schreibt leonhard fuchs im jahre 1534 in seinem „new kreüterbuch“, und er ist nicht der einzige, der voll des lobes für dies wurzel ist.

wie konnte dieses gemüse bloss so in vergessenheit geraten?
wir rufen sie also erneut auf die bühne und gönnen ihr einen kräftigen applaus!

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