kw36

hallo ihr lieben,
eine regenperiode mit insgesamt ca. 140mm niederschlag liegt nun hinter uns. die letzten 40mm waren gott sei dank auf zwei tage verteilt, so dass kein zusätzlicher schaden mehr entstanden ist. jetzt ist der boden wirklich gründlich durchnässt, langsam trocknet es oberflächlich wieder so weit ab, dass man am acker was machen kann. es ist wie ein aufatmen…
jetzt ist der herbst da, die nächte sind ordentlich kühl und am morgen ist alles taunass. bei der arbeit am feld ist der wechsel der jahreszeit hautnah zu spüren, die veränderte farbe des himmels, das kürzer werden der tage, der immer frühere sonnenuntergang…
viele fruchtgemüse haben jetzt ihren höhepunkt überschritten, paradeiser und melanzani werden fast sprunghaft weniger, die letzten wassermelonen sind geerntet, zucchini, soferne nicht weggeschwemmt, geben noch ein paar vereinzelte früchte, im folientunnel reifen ein paar letzte gurken. eine kleine ausnahme machen die paprika, die sich auch noch in die herbstliche kühle hinein gut weiterentwickeln und bis zum ersten frost früchte geben.
so gibt es heute einen kleinen sortenüberblick über unsere hauptsorten:

v.l.n.r.: anthea, puszta gold und dulce italiano

anthea, eine slowakische sorte die wir schon seit vielen jahren vermehren, ist eine unserer persönlichen lieblinge. sie macht recht große, keilförmige früchte und reift von hellgrün nach rot ab. das besondere dieser sorte ist ihre leichte schärfe, die sich beim verzehr gut dosieren lässt: sie sitzt nämlich in den samenleisten und je nachdem wie gründlich die samen herausgeschnitten werden ist davon kaum was zu spüren. jedenfalls ist sie besonders gut verträglich. puszta gold ist blockig, zuerst gelblichgrün und beim ausreifen ebenfalls zunehmend rot. besonders gut zum füllen geeignet. dulce italiano ist im jungen stadium dunkelgrün, beim ausreifen dunkelrot. da sie ihre qualitäten erst im reifen zustand entwickelt ernten wir sie, sobald sie röte zeigt.

dulce violett, hamik und bullhorn orange

das nächste trio beginnt mit einer eigenen sortenentwicklung: dulce violett entstammt einer kreuzung zwischen dulce italiano und einer violetten blockpaprika, der es leider etwas an süße und aroma fehlte. geschmacklich ist sie ebenfalls am besten, wenn das violett langsam in ein rot übergeht. aber schön ist eben auch die violette farbe der halbreifen früchte, besonders in kombination mit den nächsten beiden sorten, die auch erst im vollreifen, orangen zustand ihre süße entfalten…

die letzten zwiebel sind nun auch aus der feuchten erde gezogen und vor unserem tunnel zum trocknen aufgelegt. besonders die rote sorte ist gut lagerfähig und dafür trotzdem relativ mild. in der regel sind nämlich lagerfähigkeit und schärfe miteinander gekoppelt. sie stammt aus dem sortenarchiv der arche noah und nennt sich „wiener rote“, eine sorte aus der region also.

gundel entdeckt die liebe zur zwiebel, …. vielleicht : )

bei der heutigen kartoffelernte gab´s dann leider eine kleine enttäuschung. erst jetzt haben wir bemerkt, dass der wasserstrom über den acker auch die kartoffeldämme zu einem teil abgeschwemmt und viele kartoffeln freigelegt hat. im üppigen beikrautbewuchs war das zuerst gar nicht so zu sehen. schade, weil die freiliegenden knollen schnell ergrünt sind und nun nicht mehr verwendet werden können…

andererseits ist auch zu bemerken, dass die üppige bodenfeuchtigkeit und die kühle für manche gemüsearten einen ordentlichen wachstumsschub gebracht hat. lauch und kohlgewächse können sich nun gut entfalten und unsere herausforderung der nächsten 2-3 wochen wird es sein, sobald der boden trocken genug ist um wieder bearbeitet zu werden noch möglichst viele pflänzchen in die erde zu bringen, solange noch ein ausreichendes maß an wärme vorhanden ist…

die gemüseernte dieser woche ähnelt in der zusammensetzung jener der vorwoche, paradeiser, melanzani und zucchini sind nun deutlich weniger, paprika jedoch reichlich. die kartoffelernte war in der nassen, schweren erde sehr mühsam, daher ist die erntemenge diesmal etwas kleiner.

ansonsten mit dabei: karotten, lauch, sellerie, rote rüben, mangold, fisolen, wassermelonenreste und ein wenig gurken, patisson, zwiebel, knoblauch, artischocken, etwas tomatillos, okras (auch schon deutlich weniger) und diverse kräuter.

mit lieben grüßen, peter

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